Die historische Roman-Saga «Die Hebamme von Berlin» (auch bekannt als «Fräulein Gold») von Anne Stern spielt im Berlin der 1920er und 1930er Jahre. Im Zentrum steht die Hebamme Hulda Gold, die nicht nur neues Leben auf die Welt bringt, sondern als scharfsinnige Beobachterin und Wandlerin zwischen verschiedenen sozialen Welten immer wieder in mysteriöse Kriminalfälle verwickelt wird. Hulda brennt für ihren Beruf und versucht «ihren» Müttern beizustehen, wo sie nur kann.
Das Setting führt vom glitzernden Nachtleben der Goldenen Zwanziger und den Freiheiten in der Weimarer Republik bis hin zum beklemmenden Umbruch der Dreißigerjahre. Authentische Schauplätze wie der lebendige Winterfeldtplatz oder das soziale Elend in den Mietskasernen des Scheunenviertels werden so lebendig beschrieben, dass die Leser:innen tief in das historische Berlin eintauchen. Es sind vor allem die vielen liebenswerten Nebenfiguren – wie etwa der Kioskbesitzer Bert –, die die Reihe so nahbar machen und der Geschichte trotz der düsteren Zeiten eine große menschliche Wärme verleihen.
Da die Reihe die Zeitgeschichte und Huldas persönliche Entwicklung chronologisch nachzeichnet, empfiehlt es sich unbedingt, die Bände in der korrekten Reihenfolge zu lesen.